24.05.2017

Das Krieger-Grabmal des Gefreiten Ludwig Maladinski

Foto: Heinz Joachim Halbach

Foto: Heinz Joachim Halbach

Das in der XV. Abteilung des Südfriedhofes auf dem Erbbegräbnis No.24 der Familie des Kaufmanns Felix Maladinski befindliche Grabmal wurde aus schwarzschwedischem Granit in der Form eines Eisernen Kreuzes gefertigt und erinnert an den Einjährig Freiwilligen Gefreiten Ludwig Maladinski, der am 28. Juli 1915 im Alter von knapp 19 ½ Jahren an der Ostfront am Narew gefallen war.
Er gehörte zum 8. Infanterie-Regiment No.107, dem legendären Stammregiment der Leipziger.
Sein Leichnam ruht bis heute in fremder Erde – das an ihn erinnernde Grabmal hat man vermutlich erst nach Kriegsende in Zusammenhang mit dem Tod des hier beerdigten Kaufmanns Felix Maladinski, der wohl ein Onkel des Gefallenen war, im Herbst 1919 hier errichtet.

Verdienstvolle Mitglieder unserer Gesellschaft haben unter Leitung von Heinz Joachim Halbach das weitgehend im Gestrüpp versteckte Grabmal durch Entfernung des Wildwuchses nun wieder öffentlich erlebbar gemacht, es akribisch gereinigt und poliert und mit der gebotenen Behutsamkeit auch den Sockel aus Kunststein wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt.
Wenngleich dieses Grabmal in der Form des Eisernen Kreuzes keine individuelle Grabmalschöpfung darstellt, sondern letztlich ein massengefertigtes Kriegergrabmal ist, so zählt es aber heute zu den immer seltener werden Zeugnissen der Kriegergrabkultur und verdient allein schon deshalb, auch im Sinne der Friedensmahnung, unseren ganz besonderen Schutz.

Alfred E. Otto Paul – 17. Januar 2017

Bronzemedaillon am Findlingsgrabmal des Otto Eduard Kaiser

Otto Eduard Kaiser war der Sohn des am deutschen Reichsgerichts in Leipzig tätigen Rechtsanwalts Dr. jur. Joseph Kaiser. Ganz in der Tradition des Vaters, so sollte auch er die Rechte studieren – aber schließlich forderte der 1.Weltkrieg auch den jungen Otto Eduard Kaiser als Opfer; das junge Leben des schwerstverwundeten Vizewachtmeisters und Offiziersanwärters im 1. Bayerischen Ulanenregiment endete schließlich im April 1918 in einem Lazarett in Kiew, nur wenige Wochen vor dessen 20. Geburtstag. Nach der Überführung des toten Ulanen von Kiew nach Leipzig erfolgte am 08. Mai 1918 seine Beerdigung in einer neu erworbenen Grabstätte in der XV. Abteilung des Leipziger Südfriedhofes.
Der ziemlich bekannte Münchener Architekt und Städteplaner Prof. Otto Lasne, offenbar ein Onkel des gestorbenen Otto Eduard Kaiser, gestaltete das querovale Bronzemedaillon, welches dann vermutlich in einer Münchener Werkstatt gefertigt wurde.

Im Herbst 2016 wurde die völlig zugewachsene Grabstätte im Rahmen eines Arbeitseinsatzes der Paul-Benndorf-Gesellschaft wieder ans Tageslicht gebracht und unsere Mitglieder reinigten den gewaltigen Findling. Das bronzene Medaillon ist nun nach einer qualifizierten restauratorischen Behandlung durch unser verdienstvolles Mitglied Dipl.-Ing. Heinz-Joachim Halbach wieder in bestem Zustand und nun wieder in alter Schönheit öffentlich erlebbar, wofür wir ihm herzlichsten Dank schulden.

Die ausführliche Geschichte der Grabstätte Kaiser veröffentlicht Alfred E. Otto Paul demnächst im Band No.07 seiner Publikation „Die Kunst im Stillen – Kunstschätze auf Leipziger Friedhöfen“. 

Tondo von Bildhauer Prof. Adolf Lehnert restauriert

Nachdem er sich vor einigen Jahren aus einem Grabmal gelöst hatte, lag dieser marmorne Tondo offenbar längere Zeit bedeckt von vergehendem Laub, moderndem Geäst und Erde völlig unbeachtet auf einem Scheingrab an der südlichen Spitze der XIV. Abteilung des Südfriedhofes.   
Nach der Bergung dieses Kunstwerkes durch Alfred E. Otto Paul haben dessen Untersuchungen schließlich ergeben, dassder auf dem Tondo im Flachrelief Abgebildete der verstorbene Leipziger Bücherrevisor Willy Schneider ist, der am 03. September 1939 im Alter von 40 Jahren durch eine Embolie an den Folgen eines vorangegangenen Unfalls im mondänen schweizerischen Davos in Leipzig gestorben war. Am Tage seines Todes, der sogenannte „Polenfeldzug“ hatte gerade begonnen, überbrachte übrigens der Postbote den Einberufungsbefehl für den Reserveoffizier Willy Schneider.

Willy Schneider wurde am 07. September 1939 in der V. Abteilung des Neuen Johannisfriedhofes beerdigt – nach der Zerstörung dieses kulturgeschichtlich bedeutendsten Leipziger Friedhofes verbrachte man auf Initiative der Witwe im Jahre 1971 den Grabstein zum Leipziger Südfriedhof und errichtete diesen auf der Grabstätte des mit der Witwe eng befreundeten Apothekers Junge.

Nachdem der geborgene Tondo lange Zeit an sicherem Ort verwahrt wurde, hat sich nun in jüngster Zeit unser verdienstvolles Mitglied Heinz-Joachim Halbach ans Werk gemacht, in akribischer Sorgfalt die ursprüngliche Schönheit dieses vom namhaften Leipziger Bildhauer Professor Adolf Lehnert (1862–1948) geschaffenen Kunstwerkes durch eine restauratorische Meisterleistung wieder herzustellen. Zuvor hat sich der diplomierte Ingenieur und Handwerksmeister Heinz-Joachim Halbach sehr intensiv mit allen Charakteristiken des Marmors in seinen unterschiedlichsten Ausbildungen je nach Lagerstätte auseinandergesetzt und seine Bearbeitung sorgfältig studiert. Die restauratorische Behandlung des hochempfindlichen und sensibel auf chemische Einflüsse reagierenden Marmors ist eine äußerst zeitaufwändige Prozedur und gestattet keinerlei Experimente.

Bemerkenswert ist, dass der in Sachen Natursteinbearbeitung als Autodidakt agierende Heinz-Joachim Halbach in seinen Arbeitsergebnissen vielfach an die besten Traditionen der Bildhauerei um 1900 anknüpft – waren doch so hervorragende Bildhauer wie Albrecht Leistner, Reinhold Carl u.a. letztlich auch Autodidakten, deren hinterlassene Werke aber zu den bedeutendsten Zeugnissen unserer Leipziger Sepulkralkultur zählen.

In jedem Falle haben wir Heinz-Joachim Halbach zu danken für seinen Enthusiasmus bei der Bewahrung der noch erhaltenen, aber höchst bedrohten Kunstschätze des Südfriedhofes.
Und so sind wir gespannt auf ein neuerliches ehrenamtliches Engagement des Unermüdlichen, durch welches demnächst vielleicht ein weiteres Werk wieder in alter Schönheit erstrahlt.

Alfred E. Otto Paul


Das bronzene Grabkreuz der Rosa Clara Erwig

Das prächtige Grabkreuz der verstorbenen Rosa Clara Erwig, die am Heiligabend 1935 in der XXIII. Abteilung des Südfriedhofes in der Wahlstelle No.358 beerdigt wurde, hat man im Jahre 1936 über ihrem Grabe aufgerichtet.
Nunmehr, nach 80 Jahren, wurde dieses vom Architekten Wilhelm Lossow entworfene und vermutlich vom Bildhauer Bruno Eyermann geschaffene Grabkreuz am Ort seiner Entstehung, in der Leipziger  Bronzebildgießerei Noack, im Auftrag der Paul-Benndorf-Gesellschaft restauriert.
Damit wurde der Nachwelt ein einmaliges Zeugnis der inzwischen stark verdrängten Grabkreuztradition auf dem Leipziger Südfriedhof erhalten.
Wir danken allen Mitgliedern und Freunden der Paul-Benndorf-Gesellschaft herzlichst für die großzügige finanzielle Unterstützung dieser Restaurierung.

Alfred E. Otto Paul – 31.08.2016

Restaurierung der Grabplastik „Dorst“

Der Tod des Heinz Dorst, dessen Leben in der Blüte seiner Jugend im Juni 1929 im Landeskrankenhaus Rudolstadt endete, war der traurige Anlass für die Schaffung dieser beeindruckenden, überlebensgroßen Grabplastik durch den Leipziger Bildhauer Walter Zschorsch. Unverkennbar im Duktus dieser Arbeit ist der Einfluss Max Klingers – war doch der Bildhauer ab 1916 bis zum Tode Klingers in dessen Atelier ein geschätzter Mitarbeiter des großen Meisters.

Gegossen wurde diese Plastik, dessen Modell Walter Zschorsch vermutlich in Chicago schuf, im Jahre 1930 in der Giesshütte des Traugott Noack in Leipzig.

Nach 86 Jahren wurde die Plastik im Auftrag der Paul-Benndorf-Gesellschaft am Ort ihrer einstigen Entstehung, in der Bronzebildgiesserei Noack Leipzig, erstmals restauriert und dürfte nun für viele Jahrzehnte an ihrem angestammten Platz von den künftigen Besuchern des Südfriedhofes zu bewundern sein.

Foto: H.-J. Halbach

Abschluss der Erneuerung des Grabmales Ahlswede

Pünktlich am 80. Todestag des einstigen Persischen Generalkonsuls Hermann Ahlswede erfolgte im Beisein des aus Kalifornien angereisten Urenkels Alexander Leuthold am 19.September 2015 die Wiedereinweihung der neu hergerichteten Grabstätte samt des nunmehr vollständig fertiggestellten Grabmales.

Nachdem im Jahre 2014 die über viele Jahre verschollene Grabplastik restauriert wurde, konnte die Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig e.V. nunmehr auch die Erneuerung des zerstörten Postamentes aus Jura-Kalkstein realisieren. Möglich wurde dies wiederum durch eine erneute maßgebliche finanzielle Beteiligung des Ahlswede-Enkels Hermann Peter Leuthold, bewilligter Fördermittel des Freistaates Sachsen und letztlich durch die Bereitstellung ebenso erheblicher finanzieller Mittel unserer Gesellschaft, der großzügige Mitgliederspenden für dieses Projekt zugeflossen sind.

Unverzichtbar ist der Dank an den Ahlswede-Enkel, ohne dessen persönliches Engagement eine Rückkehr der Pieta nicht denkbar gewesen wäre und so findet sich in den Stein gemeißelt die Inschrift:

"Thanks to grandson Hermann Peter Leuthold Sept. 2015"




Erneuerung der Grabstätte des Geologen Geheimer Bergrat Prof. Dr. Franz Kossmat

Mea culpa, mea maxima culpa – meine Schuld, meine große Schuld.

Dieses Eingeständnis müssten sich all jene Leute machen, die im Rahmen ihrer Dienstpflichten wissentlich geduldet haben, daß die Grabstätte des Geheimen Bergrates Prof. Dr. Franz Kossmat (1871-1938) auf dem Südfriedhofvor nicht allzu langer Zeit dem Erdboden gleich gemacht wurde. Sein unvergänglicher granitener Grabstein wurde bewusst zertrümmert – dies gleicht einer damnatiomemoriae, einer bewussten Auslöschung seines Andenkens.
Eine solche kulturelle Barbarei hat es 1971 schon einmal gegeben, als man auch das Grab des bedeutenden Geheimen Bergrates Prof. Hermann Credner (1841-1913) auf dem Neuen Johannisfriedhof zerstörte.
Damals war es das Zerstörungswerk der kommunistischen Machthaber – heute ist es das Werk gewissenloser Karrieristen, denen Zivilcourage und kulturelle Verantwortung offenbar fremd sind. Franz Kossmat, der 1913 als Nachfolger des Geheimen Bergrates Hermann Credner an die Universität Leipzig berufen wurde, der als Direktor des Geologisch – Paläontologischen Instituts sowie als Direktor des Sächsischen Geologischen Landesamtes äußerst verdienstvoll gewirkt hat und dessen wissenschaftliches Lebenswerk unvergänglich sein wird, der Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, der Bayrischen Akademie der Wissenschaften, der Preußischen Akademie der Wissenschaften und auch der Österreichischen Akademie der Wissenschaften war – welch armseliger Mensch hat die Kühnheit besessen, den Stab über Kossmat´s Grab zu brechen?
Mit der Zerstörung des Kossmat – Grabes ist eine kulturelle Schande über uns gekommen und wir können nur mahnen: Wehret den Anfängen!
Und wir empfehlen jenen Entscheidungsträgern im Bereich unserer universitären Einrichtungen, künftig mehr Sensibilität zu beweisen, wenn es um den Erhalt der Gräber in den beiden Universitätsabteilungen des Südfriedhofes geht.

Die Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig e.V. hat nunmehr in Abstimmung mit der Universität Leipzig die Grabstätte des Geologen Franz Kossmut in ihre Obhut genommen und aus eigenen finanziellen Mitteln am 14. Juli 2015 einen neuen Grabstein in Form einer Stele aus RochlitzerPorhyr errichtet. Gleichermaßen haben wir die gärtnerische Schmückung des Kossmat-Grabes auf den Weg gebracht und so konnten wir am 22. August 2015, dem 144. Geburtstag von Franz Kossmat, sein wiedererstandenes Grab feierlich einzuweihen.

Unser ausdrücklicher Dank gilt den zahlreichen sächsischen Geologen, die sich als Wissenschaftler auch als dankbare Enkel von Franz Kossmat verstehen und die Initiative zur Erneuerung des Grabes maßgeblich unterstützten.

Alfred E. Otto Paul – 16. September 2015

 

 

Restaurierung des Bildnismedaillons der Sängerin Elisabeth Schmidt

Für die im Jahre 1920 gestorbene Elisabeth Schmidt, Ehefrau des Bäckerehrenmeisters Friedrich Albert Schmidt, schuf der bedeutende Leipziger Bildhauer und Medailleur Bruno Eyermann sehr wahrscheinlich noch im gleichen Jahre ein Bildnismedaillon als Zierde für den Grabstein der Dahingegangenen. 
Auftraggeber dieser bildhauerischen Arbeit war vermutlich die „Chorgemeinschaft 1878 des Leipziger Bäckerhandwerks“, worauf auch die Umschrift „Das Deutsche Bäckerhandwerk seiner unvergesslichen Sängerin“ verweist.

Das hochovale Bildnismedaillon in den Abmessungen 60 cm x 47 cm wurde seinerzeit in der Leipziger Bronzebildgiesserei Noack als bronzenes Bildwerk gegossen und schließlich auf einem hochrechteckigen, 183 cm hohen und  leicht konisch ausgebildeten granitenen Grabstein mit gespitzter Oberfläche aufgebracht.  

Nachdem die Paul-Benndorf-Gesellschaft im Rahmen ihrer regelmäßigen Arbeitseinsätze in jüngster Zeit dieses Grabmal mit seinem von Eyermann geschaffenen Bildnismedaillon durch Entfernung von massivem pflanzlichen Wildwuchs nunmehr wieder öffentlich erlebbar gemacht hat, übernahm die Paul-Benndorf-Gesellschaft die Patenschaft über diese kulturgeschichtlich bedeutende Grabstätte, die sich übrigens in einem der schönsten Areale des Südfriedhofes befindet – am Teich im Urnenhain, in der Nähe des Kolumbariums.

Nunmehr wurde dieses Werk von Bruno Eyermann, welches zu seinen frühesten Grabmalschöpfungen zählt, durch eine restauratorische Behandlung in der Leipziger  Bronzebildgiesserei für die Nachwelt auf lange Zeit bewahrt und damit auch das sepulkrale Werkschaffen des Künstlers nachhaltig öffentlich gewürdigt.

Alfred E. Otto Paul – Oktober 2014

 

 

Restaurierung des bronzenen Bildnismedaillons Gerhard Schmacht

Der Leipziger Ingenieur Gerhard Schmacht (1887–1915) musste als Soldat in den I. Weltkrieg ziehen – er fiel bereits am 15. Juli 1915 auf russischem Boden nahe der Stadt Przasnysz und wurde dort in fremder Erde begraben.
Dessen wohlhabende Vater Wilhelm Schmacht, Inhaber einer Wollfirma in Leipzig, erwarb nach dem Kriegstod seines Sohnes die Wahlstelle No.91 in der XVI. Abteilung des Südfriedhofes und ließ vom Leipziger Bildhauer Prof. Felix Pfeifer ein 2,70 m hohes Findlingsgrabmal über einem Kenotaph errichten, welches geziert ist mit einem runden bronzenen Bildnismedaillon mit dem im Halbrelief dargestellten Antlitz des gefallenen Gerhard Schmacht.
Eine Inschrift „Felix Pfeifer fec. 1916“ belegt die hervorragende künstlerische Autorenschaft dieses Unikates.

Da dieses Grabmal zu den wenigen noch erhaltenen sepulkralen Werkschöpfungen des Leipziger Bildhauers Prof. Felix Pfeifer zählt, ist dessen Erhalt von ganz besonderer Bedeutung und so wurde dieses Bildnismedaillon im Auftrag der Paul-Benndorf-Gesellschaft  durch die Leipziger Bronzebildgiesserei Noack im Oktober 2014 restauriert.

Diese Restaurierung ist gleichsam eine Ehrung für den bedeutenden Bildhauer Prof. Felix Pfeifer, dessen Todestag sich am 06. März 2015 zum siebzigsten Male jährt.

Alfred E. Otto Paul – Oktober 2014                                                                                             

 

Teilrestaurierung des Grabmals des persischen Generalkonsuls Hermann Ahlswede

Nach dem plötzlichen Herztod des persischen Generalkonsuls Hermann Ahlswede am 19. September 1935 erfolgte auf der von ihm noch zu Lebzeiten im Februar 1918 erworbenen Grabstätte in der XI. Abteilung des Südfriedhofes im Oktober 1935 die Errichtung einer Urnengruft, in der die Beisetzung der Asche des Generalkonsuls erfolgte.

Im Mai 1936 fand im Auftrag der Witwe Wilhelmine Ahlswede die Errichtung des vom Leipziger Bildhauer Max Alf Brumme geschaffenen Grabmales statt.
Und viele Jahre später, als längst auch die Witwe und eine Tochter hier ihr Grab gefunden hatten, wurde im Juni 1997 die Grabplastik widerrechtlich aus der Stadt verbracht und galt seither für den Südfriedhof als verloren.
Nach 16 Jahren aber kehrte diese so eindrucksvolle Grabplastik durch die Initiative des Ahlswede-Enkels Hermann Peter Leuthold (*1929) mit Unterstützung von Alfred E. Otto Paul wieder nach Leipzig zurück und wurde nunmehr im Auftrag der Paul-Benndorf-Gesellschaft in der Bronzegiesserei Noack in Leipzig vorbildlich restauriert.
Diese mit erheblichen finanziellen Kosten verbundene Restaurierung wurde durch Spenden von Privatpersonen möglich, darunter auch des Ahlswede-Enkels Hermann Peter Leuthold, sowie durch Fördermittel des Freistaates Sachsen. 

Nunmehr gilt es, die dringend notwendige Erneuerung des Kalksteinsockels, auf den Weg zu bringen, um sehr bald wieder das Kunstwerk in seiner Gesamtheit über dem Grabe errichten zu können.

Bitte unterstützen auch Sie dieses wichtige Projekt mit einer Spende an die gemeinnützige Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig e.V. –

                                           

Deutsche Bank Leipzig
Konto 1 444 66 000
BLZ     860 700 24.


Die Bilder zeigen den ursprünglichen Zustand und den heutigen mit restaurierter Pieta und restaurierungsbedürftigem Sockel.

  

Heinicke – Grabplastik des Bildhauers Prof. Heinrich Wadere

Mit der behutsamen restauratorischen Behandlung dieser meisterhaften, vom bedeutenden Bildhauer Prof. Heinrich Wadere um 1915 geschaffenen Grabplastik endet ein großes, erfolgreiches Jahr 2013 der Paul-Benndorf-Gesellschaft.
Vieles ist erreicht worden auf den Feldern Forschung, Restaurierung und Pflege bedeutender Grabstätten und alle Weichen sind schon gestellt, daß sich diese gute Bilanz auch im Jahre 2014 fortsetzen kann.

Beim Anblick dieser wunderschönen bronzenen Plastik wollen wir uns hier weitere, ausschweifende Erläuterungen sparen, haben wir doch schließlich bereits vielfach zu diesem Spitzenwerk von Prof. Heinrich Wadere publiziert, die sich nun wieder in ihrer unvergänglichen Schönheit am angestammten Platz auf dem Südfriedhof in der XII. Abteilung findet. 

Nicht versäumen wollen wir, unserem Mitglied Bert Noack als Inhaber der traditionsreichen Leipziger Bronzebildgiesserei Noack herzlichst zu danken für die zahlreichen qualitätsvollen Restaurierungsarbeiten auch in diesem Jahre.
Mit der nächstjährig geplanten Restaurierung der im Jahre 1935 vom Leipziger Bildhauer Max Alf Brumme als Grabesplastik für den Generalkonsul Hermann Ahlswede geschaffenen bronzenen Pieta soll sich das verdienstvolle Engagement der Mitglieder und Freunde unserer Gesellschaft erneut beweisen.

Alfred E. Otto Paul – im Dezember 2013

 

 

 

Das Grabmal der Leutzscher Fabrikantenfamilie Gustav Kleim (1864 – 1927)

Am Fuße des Völkerschlachtdenkmales, in der XVI. Abteilung des Südfriedhofes, befindet sich auf der Wahlstelle No.88 das granitene Grabmal der Familie des Leutzscher Fabrikanten Ingenieur Gustav Kleim, der Inhaber einer Fabrik für automatische Bogenanlegeapparate in Leutzsch war und wohlverdient in diesem vornehmen Leipziger Vorort in seiner Villa in der Auenstraße 4 auch recht gute irdische Tage erlebte.

Der Auftrag für die Schaffung dieses Meisterwerkes der Grabmalkunst erging im Jahre 1925 durch Gustav Kleim an den namhaften Leipziger Bildhauer Professor Felix Pfeifer (1871-1945) – es ist ein Gesamtkunstwerk des Bildhauers, d.h., das Grabmal und auch die bronzene Plastik sind jeweils ein Werk Pfeifers, wie die Signaturen an Grabmal und Plastik bezeugen.
Fertiggestellt war dieses Opus Magnum der Pfeifer´schen Grabmalkunst am 08. Mai 1926 – im Mai des darauffolgenden Jahres starb der Auftraggeber Gustav Kleim und wurde in einer bereits 1916 unmittelbar vor dem Grabmal errichteten Gruft beigesetzt.

Die bronzene Grabmalplastik stellt ein Unikat dar, das vermutlich 1925 in der bedeutenden Leipziger Bronzegiesserei Traugott Noack gegossen wurde. Man hat die Plastik vor einigen Jahren geborgen und in einem Depot eingelagert, weil die eisernen Verankerungen durch Korrosion sich vollständig zersetzt hatten und die Gefahr eines mühelosen Diebstahles gegeben war.
Dank der Bemühungen unserer Gesellschaft konnte die Plastik im Jahre 2013 durch die Bronzebildgiesserei Noack in Leipzig restauriert werden. Die Finanzierung der nicht unerheblichen Kosten wurde durch die Bewilligung beantragter Fördermittel für Denkmalpflege und schließlich entscheidend durch die finanzielle Unterstützung des Herrn Prof. Dr. Stefan Schwan als einen Enkel des Fabrikanten Gustav Kleim möglich, der den absolut überwiegenden Teil der Kosten übernommen hatte.
Auch künftig solidarisiert sich der Tübinger Professor Stefan Schwan vorbildlich als förderndes Mitglied mit den Zielen der Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig e.V., die nunmehr die Patenschaft über diese kunst - und auch kulturgeschichtlich bedeutende Grabstätte des Südfriedhofes übernommen hat.

Am Reformationstag des Jahres 2013 wurde im Rahmen einer kunsthistorischen Sonderführung durch Alfred E. Otto Paul dieses bemerkenswerte Werk der Leipziger Sepulkralkunst vielen Leipzigern erstmals wieder in seiner jetzigen Schönheit präsentiert und findet seitdem unzählige Fotografen, die sich mühen, den mystischen Zauber dieser Plastik abzulichten.
Im Frühjahr 2014 werden durch die Paul-Benndorf-Gesellschaft im Rahmen der monatlichen Arbeitseinsätze weiterführende Arbeiten an der Grabstätte Kleim durchgeführt – so werden sämtliche Fugen am Grabmal geschlossen, um künftig frostbedingte Schädigungen auszuschließen und zur Verschönerung wird die Grabstätte gärtnerisch neu gestaltet und dann auch entsprechend beständig gepflegt.

Und die Besucher des Friedhofes werden es uns danken.

Alfred E. Otto Paul – 16.XII.2013

 

Grabplastik des Bankdirektors Arthur Schindler

Nachdem am 23. April 2013 die so überaus anmutige Grabplastik für den Bankdirektor Arthur Schindler von dessen Grabstätte in der XVII. Abteilung des Leipziger Südfriedhofes zur umfassenden Restaurierung in die traditionsreiche Leipziger Bronzegießerei Noack verbracht wurde, steht sie nunmehr seit dem 28. Juni 2013 wieder ganz in ihrer ursprünglichen Schönheit an ihrem angestammten Platz.
Seit vielen Jahren zählt diese Plastik des Dresdner Bildhauers Richard Fabricius zu den beliebtesten Fotomotiven dieses schönen Friedhofes und ganz sicher werden dessen zahlreiche Besucher der Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig herzlich dankbar sein für diese Entscheidung, eben gerade diese Plastik durch eine Restaurierung in ihrer betörenden Schönheit der Nachwelt zu bewahren.
Schließlich ist die Liste der unbedingt zu restaurierenden Kunstwerke auf den Leipziger Friedhöfen – wie auch anderswo in unserem Land – unendlich lang.
Durch den Abschluss eines entsprechenden Patenschaftsvertrages ist mit dieser Grabstätte erneut eine Gesamtanlage in die Verantwortung der Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig e.V. gelangt, die sich künftig um deren umfassenden und würdigen Erhalt zuverlässig und beständig kümmern wird.

 

Das Grabmal des Fabrikanten Georg Wilhelm Max Woelker

Die auf dem Leipziger Südfriedhof in der II. Abteilung befindliche Wahlstelle No.13 wurde Ende 1909 vom Consul Georg Christian Wilhelm Woelker erworben, weil dessen Sohn, der Direktor der Leipziger Kammgarnspinnerei Georg Wilhelm Max Woelker im Alter von erst 37 Jahren am 30. November 1909 in der Chirurgischen Klinik des Dr. Goepel in der Leipziger Funkenburgstraße 3 im Rahmen einer Operation verstorben war.

Georg Wilhelm Max Woelker ist durch seinen frühen Tod in die Geschichte der Leipziger Feuerbestattung eingegangen.
Nachdem der Chefingenieur von Siemens, Richard Schneider, die von ihm geleiteten Arbeiten an der Feuerbestattungsanlage auf dem Leipziger Südfriedhof Anfang Dezember 1909 abgeschlossen hatte, sollte durch eine erste Probeeinäscherung deren Funktionsfähigkeit nachgewiesen werden.
Für diese erste Probeeinäscherung in der Geschichte des Leipziger Krematoriums diente dann der Leichnam des Georg Wilhelm Max Woelker – am 04. Dezember 1909 nachmittags um 1 Uhr begann diese erste Probeeinäscherung, die übrigens zur Zufriedenheit des Ingenieurs Richard Schneider verlief, weshalb man von einer weiteren Probeeinäscherung absehen konnte.
Das Grabmal wurde im Auftrag des Vaters etwa Anfang Oktober 1910 durch die Leipziger Bauunternehmung Adolf Nolte in Zusammenarbeit mit dem Steinmetz Fritz Enger errichtet.
Das portalartige bronzene Reliefbildnis wurde von einem Bildhauer gearbeitet, der sein Werk mit „E.Müller“ signiert hat – in der einschlägigen Fachliteratur finden sich zu diesem Künstler allerdings keine Einträge und es sind hier weiterführende Recherchen nötig.
Zweifelsfrei wird die Gussstätte dieses Kunstwerkes durch den links unten eingearbeiteten Gussstempel „Friedenau Berlin H. Noack“ bezeichnet – eine noch heute in vierter Generation existierende Bronzegießerei, deren Arbeit internationale Anerkennung gefunden hat.
Zur unübersehbaren christlichen Ikonografie dieses Werkes wird sich Alfred E. Otto Paul ausführlich in seinem gegenwärtig in Vorbereitung befindlichen Band 05 der Publikation „Die Kunst im Stillen“ äußern.

Nachdem auf Initiative von Alfred E. Otto Paul bereits vor Jahren, im April 1997, dieses seinerzeit erheblich geschädigte Relief äußerst sorgfältig restauriert wurde, erfolgte nunmehr in diesen Tagen des Monats Mai 2013 durch Alfred E. Otto Paul eine fachgerechte gründliche Reinigung des bronzenen Bildnisses einschließlich der am Denkmal befindlichen Namenstafeln und eine mehrfache, konservierende Oberflächenversiegelung mit reinem Bienenwachs.
Damit ist auf lange Zeit der nunmehrige Zustand des bronzenen Kunstwerkes gesichert und ein wichtiges Kulturzeugnis zur Geschichte der Feuerbestattung im Königreich Sachsen der Nachwelt bewahrt.

 

Das Grabmal des Opernsängers Otto Schelper (1844–1906)

„Mit dem am Morgen des 10. Januar 1906 erfolgten plötzlichen Hinscheiden Otto Schelpers verlor die Leipziger Oper den letzten Repräsentanten ihrer jüngsten Glanzperiode, die deutsche Bühne überhaupt einen ihrer bedeutendsten , eigenartigsten Künstler...“.
So beginnt im „Leipziger Kalender“ des Jahres 1907 auf Seite 253 ein umfänglicher Nachruf auf Otto Schelper als eine Ikone des Operngesanges, einen der bedeutendsten Wagner – Interpreten seiner Zeit.
Es war eine kurze, schwere Lungenentzündung, die seinem Leben im Alter von 61 Jahren und 9 Monaten ein rasches Ende machte.
Noch wenige Tage zuvor, am 02. und am 05. Januar, stand er bejubelt in Wagners „Ring des Nibelungen“ auf der Leipziger Bühne.

Sehr schnell gründet sich unter den zahlreichen Freunden und Verehrern eine Initiative, die den Leipziger Bildhauer Max Lange mit der Schaffung eines würdigen und angemessenen Grabmales für Otto Schelper beauftragen.
Im Jahr darauf, am Johannistage 1907, findet die feierliche Enthüllung des von Max Lange gänzlich aus Muschelkalkstein geschaffenen Grabmales statt.
Der Künstler hat in klassisch - antiker Tradition über gewaltigen, gekehlten Sockelschwellen eine Wand aus kräftigen Quadern errichtet, die ihren oberen Abschluss findet in einem ausgesprochen monumentalen, dreigeteiltem kehlenprofilierten Gesims, wodurch der Eindruck einer antiken Tempelfront entsteht. Diese tempelartige Wandarchitektur wird deutlich verstärkt durch eine wiederum typisch antike, scheintürartige konische Fläche, die geschmückt ist mit einem eindrucksvollen, trapezförmigen bronzenen Reliefbildnis des an diesem Ort ruhenden Otto Schelper.

Auszugsweise zitiert aus:
Alfred E. Otto Paul „Die Kunst im Stillen“ Band 05


Im Jahre 1995 erfolgte auf Initiative von Alfred E. Otto Paul eine sorgfältige Restaurierung des vom Leipziger Bildhauer Max Lange geschaffenen und in der Leipziger Bronzegießerei Traugott Noack gegossenen bronzenen Schelper-Porträtreliefs, das sich seinerzeit in der von Efeu völlig überwucherten Grabmalwand befand.

Ob die in jüngster Zeit besorgte komplette Entfernung des Efeubewuchses durch unsere Gesellschaft eine kluge Entscheidung war, ist vielleicht fraglich. Das in der Folge dann aber weiterführend die beiden rückseitig einst gepflanzten Lebensbäume, nunmehr hundertjährig, gefällt wurden, weil sie die Standsicherheit der Grabmalwand gefährdet haben, erscheint in der Bewertung zumindest problematisch.
Die Absetzung des mittleren Gesimssegmentes und die bereits vor langer Zeit linksseitig entfernten und heute nicht mehr existenten Werkstücke prägen heute den fragmentarischen Charakter dieser Grabmalarchitektur. Auch die einst auf der Grabstätte befindlichen beschrifteten Grabtafeln aus poliertem schwarzschwedischen Granit sind erst vor wenigen Jahren „verschwunden“.

Trotz dieser in jüngster Zeit erfolgten massiven Eingriffe in die Situation des Denkmales hat Alfred E. Otto Paul in diesen Maitagen des Jahres 2013 das bronzene Porträtbildnis gründlich gereinigt und mit mehrmaliger Aufbringung von reinem Bienenwachs nunmehr für viele Jahre wieder die Schönheit des bronzenen Kunstwerkes gesichert.
Vielleicht finden sich irgendwann einmal Wagner-Verehrer und besinnen sich ihrer kulturgeschichtlichen Verpflichtung gegenüber dem großen Wagner-Interpreten Otto Schelper.

 

 

Rekonstruktion Grabmalanlage Prof. Adolf Lehnert

Die im Jahre 1909 nach einem Entwurf des namhaften Architekten Karl Poser vom Leipziger Bildhauer Prof. Adolf Lehnert geschaffene Grabmalanlage auf der Lehnert´schen Familiengrabstätte befand sich wegen jahrzehntelanger Vernachlässigung baulich in einem äußerst maroden Zustand. Insbesondere war durch massive Wurzeleinträge und andere schädigende Einflüsse wie Frosteindringungen das gesamte ziegelgemauerte Fundament der Grabstätteneinfriedung völlig instabil geworden.

Durch Vertrag vom 08.10.2009 mit der Stadt Leipzig als Eigentümer hat die Paul-Benndorf-Gesellschaft die Patenschaft über die Grabmalanlage übernommen und sich gleichzeitig verpflichtet zu deren dringlichst notwendiger Rekonstruktion, die nunmehr in ihren wesentlichen Teilen realisiert wurde.

Nach dem notwendigen kompletten Abbau der gesamten Einfriedung einschließlich der die Grabmalwand flankierenden Sitzbänke erfolgte der Abbruch sämtlicher instabiler Fundamentbereiche und der Einbau eines Betonfundamentes einschließlich Stahlbewehrung im Sinne eines Ringankers. Nach der gründlichen, substanzschonenden Reinigung sämtlicher Bauteile der Einfriedung, der Eingangsschwelle sowie der Sitzbänke erfolgte die Neuversetzung und Verfugung aller Werkstücke gemäß der ursprünglichen Bestandssituation.

Die auf einem intakten Fundament befindliche Grabmalwand wurde ebenso fachgerecht gereinigt und sämtliche schadhafte Mörtelfugen wurden geöffnet und unter Anwendung eines entsprechenden Natursteinmörtels erneuert. Der linksseitige Kämpferstein wurde komplett abgenommen und neu versetzt, die abgesenkten Decksteine über dem Reliefbildnis wurden gehoben und durch Erneuerung der Fugen lagestabilisiert.

Das im Zentrum der Grabmalwand befindliche große Reliefbildnis „Ankunft im Paradies“ wurde rückseitig durch Edelsteinanker dauerhaft gegen Vertikalverschiebung gesichert und verfugt. Mittels mehrfach durchgeführtem Mikrostrahlverfahren unter Verwendung von geeigneten Spezialreinigern erfolgte die Reinigung des Reliefs von Schmutzablagerungen und Verkrustungen.

Allerdings wurde der gewünschte optische Erfolg nicht erreicht und es bedarf hierzu noch eine weitere sachverständige Begutachtung und eine Schadstoffanalyse, um eine künftige Weiterbehandlung des Reliefs vornehmen zu können, ohne das die dringlichst zu bewahrenden Werkspuren des Künstlers Adolf Lehnert substanziell beschädigt werden.

Die Vorbereitungen für diese notwendige weiterführende restauratorische Behandlung des Reliefs sind bereits getroffen und sollen in absehbarer Zeit umgesetzt werden.

Anlässlich des bevorstehenden 150. Geburtstages von Adolf Lehnert am 20. Juli 2012 erfolgt nunmehr die gärtnerische Gestaltung der Begräbnisfläche vor dem Denkmal im Sinne der ursprünglichen historischen Situation, für deren künftige Pflege die Paul-Benndorf-Gesellschaft Sorge tragen wird.

 

 

Rekonstruktion Grabmal Dr. Ludwig Schwabe - Schiffsarzt der „ Emden “

Das aus einer Findlingsgruppe bestehende Grabmal auf der Wahlstelle No. 76 in der VI. Abteilung des Leipziger Südfriedhofes ist dem Leipziger Arzt Dr. Ludwig Schwabe gewidmet, der als Schiffsarzt des kleinen Kreuzers „ Emden “ infolge kriegerischer Auseinandersetzungen gleich zu Beginn des I. Weltkrieges im Jahre 1914 auf den Kokosinseln den Tod fand.

Zur Erinnerung an den gefallenen Sohn, der sein Grab so fern der Heimat fand, ließ der Vater,  Sanitätsrat Dr. med. Karl Gustav Schwabe, von dem bedeutenden Leipziger Bildhauer Prof. Adolf Lehnert den gewaltigsten Stein der Findlingsgruppe bildkünstlerisch schmücken mit einem bronzenen Porträtmedaillon des Sohnes und einer ebenso aus Bronze gefertigten Kokospalme als einen Hinweis auf den Grabesort.

Wie nahezu sämtliche bronzenen Kunstwerke auf Leipziger Friedhöfen, denen oftmals nahezu einhundert Jahre lang ihre Pflege versagt blieb, bestand hier dringlicher Handlungsbedarf zur Restaurierung.
Erhebliche Schadschichtkrusten hatten sich insbesondere am Bildnismedaillon abgelagert.
Mittels Heißwasser – Hochdruckreinigung wurden sämtliche lose aufliegenden Schmutzschichten entfernt – die fest anhaftenden verkrusteten Schadflächen wurden in Verbindung von manueller Bearbeitung und Mikrostrahleinsatz entfernt und somit die Bronzeepidermis unter höchstmöglicher Erhaltung der originalen Substanz gesichert.
Abschließend erfolgte eine Nachreinigung der Bronzeoberflächen sowie eine teilweise Nachpatinierung.
Eine entsprechende Versiegelung mit geeignetem Schutzwachs sichert nun auf lange Zeit den Erhalt dieses interessanten Werkes Adolf Lehnerts zur Geschichte der kaiserlichen deutschen Marine.

Mehr Informationen zu diesem Grabmal in:
Alfred E. Otto Paul : „Die Kunst im Stillen“ Band 02 Seiten 34-37              

Das Oberammergauer Grabkreuz der Familie Hesse

Richard Hesse gehörte zu den bedeutendsten Leipziger Dekorationsmalern, dessen Werkstatt an der inneren Schmückung sehr zahlreicher öffentlicher Gebäude der Stadt maßgeblich beteiligt war – so hatte er einst auch sämtliche Malereien in den Kapellen des Südfriedhofes einschließlich der Einäscherungshalle ausgeführt.
Hesse wurde durch seine Arbeit sehr wohlhabend und gehörte im Jahre 1912 bereits zu den Millionären des Königreiches Sachsen.
Er war ein passionierter Jäger und sein Wohlstand erlaubte ihm die Pacht eines Jagdreviers in den bayrischen Alpen und diese Verbundenheit zu Bayern hatte ihn 1922 bewogen, seine ein Jahr zuvor erworbene Familiengrabstätte auf dem Leipziger Südfriedhof, die Wahlstelle No. 173 in der X. Abteilung, mit Grabkreuzen eines Münchner Künstlers zu schmücken, die in einer Oberammergauer Werkstatt gefertigt wurden, darunter auch das mit Holzschindeln bedachte Hauptkreuz.
Dieses Hauptkreuz wurde im November 1922 an Ort und Stelle errichtet.
Richard Hesse selbst starb schließlich im Mai 1931 einen gnädigen Herztod bei einem Jagdausflug im österreichischen Bad Gastein, sein Leichnam wurde nach Leipzig überführt und in der Familiengrabstätte bestattet.
Ein kleiner Grabstein aus Rochlitzer Porphyr, geschmückt mit einem Hesse-Bildnismedaillon des namhaften Medailleurs Prof. Bruno Eyermann schmückt seitdem sein Grab.
Durch jahrzehntelange Vernachlässigung des Hauptkreuzes wurde es schließlich derart morbide, daß schon vor Jahren ein kräftiger Sturm es niederwarf und so lag es lange Zeit von Laub bedeckt, modernd auf der Grabstätte.
Es ist dem Mitglied der Paul-Benndorf-Gesellschaft Dirk Vater zu danken, der als Lehrer gemeinsam mit seinen Schülern unter Anleitung eines Tischlermeisters die Restaurierung des Grabkreuzes auf den Weg brachte – die für die Erneuerung der Bedachung notwendigen Schindeln aus Lerchenholz hat die Paul-Benndorf-Gesellschaft eigens in Oberammergau fertigen lassen.
So konnte im Juni 2011 das Kreuz wieder an seinem ursprünglichen Standort aufgerichtet werden, wenngleich wegen fehlender finanzieller Mittel der Anfang der neunziger Jahre gestohlene Christuskorpus noch nicht ergänzt werden konnte.

Die Paul-Benndorf-Gesellschaft hofft noch immer auf finanzielle Spenden, um diese fehlende Bildschnitzerarbeit beauftragen zu können und damit dem Hesse-Kreuz seine ursprüngliche Aura zurückgeben zu können.

           

Die Schöne

Diese erstklassige Plastik hat von Alfred E. Otto Paul bereits vor vielen Jahren den Namen „Die Schöne“ bekommen, in Ermangelung einer existierenden Benennung.
Sie erinnert in ihrem Duktus sehr an den bedeutenden Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, allerdings schreibt Paul diese schöne, 1930 entstandene Arbeit dem Leipziger Bildhauer Alfred Thiele zu.
Vor langer Zeit, etwa um 1975, hatte man die Plastik von ihrem ursprünglichen Grabesstandort entfernt und mit ihr eine anonyme Urnengemeinschaftsanlage auf dem Südfriedhof geschmückt und die Natur hatte sie seitdem üppig umwachsen, so das dieses große Werk der Bildhauerkunst öffentlich nicht mehr erlebbar gewesen ist.
Im Jahre 2011 hat durch die Initiative der Paul-Benndorf-Gesellschaft eine Privatperson die Patenschaft über dieses Kunstwerk des Art deco übernommen und das nötige Geld für die behutsame restauratorische Bearbeitung gespendet, die durch den Steinbildhauermeister Ralf Günther erfolgte.
Den neuen Sockel aus Rochlitzer Porphyr hat Alfred E. Otto Paul ausgewählt, der die Plastik auf ihrem neuen Standort in einer der schönsten Abteilungen des Südfriedhofes errichtet hat, zur Freude vieler Besucher.  

Das Grabplastik der Alma Freifrau von Stoltzenberg

Als über diese im Jahre 1938 entstandene Grabplastik Alfred E. Otto Paul in seinem ersten Band „Die Kunst im Stillen“ berichtet hat, war mit ihrer baldigen Restaurierung nicht zu rechnen, denn „sie ist die Hüterin eines Geheimnisses und solange sie dieses Geheimnis bewahren muss, ist eine dringlichst notwendige Restaurierung nicht möglich“.

Es ist dem diplomatischen Geschick von Alfred E. Otto Paul zu danken, gemeinsam mit Nachfahren der Familie von Stoltzenberg die erheblichen, geheimnisvollen Hindernisse einer Restaurierung aus dem Weg zu räumen.
So befindet sich dank großmütiger Zustimmung von Tanja Freifrau von Stoltzenberg und Alexander Freiherr von Stoltzenberg diese meisterhafte Bronzeplastik des Leipziger Künstlers Max Schwimmer nunmehr im Eigentum einer Leipziger Familie, die mit erheblichem finanziellen Aufwand im Jahre 2010 ihre Restaurierung durchführen ließ und künftig den Erhalt dieses einmalig schönen Kunstwerkes sichern wird.

Die Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig hat zu diesem Projekt alle notwendige Unterstützung gegeben – ohne sie wäre die Restaurierung nicht möglich geworden.
Alfred E. Otto Paul hat sich bereits seit 1995 um die Restaurierung dieser Plastik bemüht und dieses Ziel über die vielen Jahre, trotz unüberwindbar scheinender Probleme, niemals aufgegeben.

Fotos: Bernd H. Reimer

 

 

       

Die Grabstätte der Eheleute Möller

Nach dem Tode des wohlhabenden Kaufmanns Ernst Daniel Max Möller wurde sein Sarg in Ermangelung einer vorhandenen Grabstätte wie damals recht oft praktiziert in einer sechs Meter tiefen Arkadengruft der Kapellenanlage am 12. Juni 1916 vorübergehend beigesetzt.
Diese, die Kapellenanlage völlig umschließenden Arkadengrüfte sollten nach oberitalienischem Vorbild den großen Leipziger Familien als Grablege dienen – allerdings bevorzugten diese Familien wiederum die Wahl ihrer Grabstätte inmitten der entstehenden prächtigen Parkanlage des Südfriedhofes und so dienten über lange Jahre diese Arkadengrüfte nur der zeitweiligen Beisetzung der Toten, bis eine gewünschte Grabstätte durch die Angehörigen erworben war und entsprechende Baulichkeiten errichtet worden sind.

Offenbar hat sich die Witwe Clara Möller einige Wochen Zeit gelassen mit der Auswahl der künftigen Familiengrabstätte – erst am 07.August 1916 erwarb sie für 1300 Goldmark das hundertjährige Nutzungsrecht am Erbbegräbnis No.19 in der XV. Abteilung des Südfriedhofes und ließ durch den Maurermeister Gustav Ziesmer hier eine Gruft errichten.
Nach der Fertigstellung dieser Gruft wurde der Sarg mit dem Leichnam ihres Mannes am 14. Oktober 1916 hierher überführt.

Mit der Errichtung des Grabmales aus poliertem roten Meißner Granit beauftragte sie die renommierte Bildhauerwerkstatt Christian Göbel & Co. in Dresden – Tolkewitz, ein führendes Mitglied der Wiesbadener Gesellschaft für bildende Kunst, die sich verdienstvoll einer neuen Formensprache in der Grabmalkunst verpflichtet fühlte.
Dieser Kunstauffassung aber wollte sich aus angeblich ästhetischen Gründen das zuständige Hochbauamt der Stadt Leipzig nicht anschließen und lehnte kurzerhand die von der Fa. Göbel beantragte Grabmalerrichtung ab – endlich erzielte man nach wochenlangen Disputen eine Einigung und genehmigte schließlich am 17. April 1918 einen geänderten Entwurf.
Die Fertigstellung des Grabmales ist für den 10. Mai 1918 bezeugt, wenngleich es um das Relief mit der Darstellung der nackten römischen Parzen noch einigen Streit gab.
Vorübergehend diente ein banales, getöntes Gipsrelief hier als Bildschmuck, bis der Streit beigelegt und das vorzügliche bronzene Werk des Bildhauers Reinhold Kuntze hier Aufnahme fand.   

Die Witwe Clara Möller starb 1929 und wurde in der Gruft beigesetzt.
Die Akte zu dieser Grabstätte endet im Jahre 1948, offenbar gingen wegen der politischen Situation die Erben der Eheleute Möller wie so oft in den Westen, worunter die notwendige Unterhaltung des monumentalen Grabmales in den nachfolgenden Jahrzehnten sehr gelitten hatte.
Bereits 1995 wurde durch das Friedhofsamt wegen erheblicher Gefahren die Grabstätte abgesperrt, denn der Frost vieler Winter ist immer stärker in die Fugen der Grabmalwand eingedrungen und hat die einzelnen, zentnerschweren Bauteile verschoben.
Im Oktober 2008 wurde die völlig verwilderte Grabstätte durch Mitglieder der Paul-Benndorf-Gesellschaft vom Pflanzenbewuchs befreit und bereits im Februar 2009 konnte mit der Rekonstruktion des Grabmales begonnen werden.
Im Rahmen der Schadensfeststellung erfolgte durch Alfred E. Otto Paul die bauliche Untersuchung der Grabkammer.
Das Grabmal wurde durch die Steinmetzfirma Sven Reigber komplett abgebaut und neu errichtet, zuvor war das vorhandene Ziegelfundament durch Alfred E. Otto Paul entfernt und von ihm durch ein Stahlbetonfundament ersetzt worden.

Die Restaurierung des bronzenen Reliefs mit den römischen Parzen lag in der erfahrenen Hand des Bronzebildgießermeisters Bert Noack in Leipzig.
Seit Mai 2009 ist dieses hervorragende Zeugnis der Grabmalkunst auf dem Südfriedhof wieder in seiner ursprünglichen Schönheit zu bewundern.

Alfred E. Otto Paul                                                                                          Fotos:  Bernd H. Reimer

Restaurierung Grabmaplastik Grimpe September 2009

1838 erwirbt der aus Thüringen stammende Gastwirt Friedrich Pietzsch in der Leipziger Burgstraße ein seit dem 15.Jahrhundert bestehendes Gasthaus und benannte dieses mit Einverständnis des Leipziger Rates nunmehr „Thüringer Hof“.

Im Jahre 1858 erwirbt Johann August Grimpe den „ Thüringer Hof “ und begründet durch eine Rückbesinnung auf die jahrhundertealte Tradition den späteren weltweiten Ruhm dieses Gasthauses. 1877 übernimmt der Sohn Georg Grimpe durch Erbgang den „Thüringer Hof “ und errichtet unter Einbeziehung benachbarter Grundstücke und umfangreicher baulicher Maßnahmen einen neuen „Thüringer Hof “, der mit seinen zahlreichen Sälen und Zimmern nunmehr 1.000 Gäste bewirten kann . Traditionsbewusst lässt Georg Grimpe alle Räumlichkeiten künstlerisch umfassend und prächtig ausgestalten und dieses riesige Gasthaus  bekommt einen wahrhaft volkstümlichen Charakter. Georg Grimpes Mutter wird wegen ihrer ausgeprägten sozialen Haltung als „ Mutter Grimpe “ zu einem Leipziger Original. Sie errichtet eine tägliche  Armenspeisung für die Ärmsten der Stadt und beköstigt in den Wintermonaten täglich etwa 600 Menschen. Nach ihrem Tode wird ihr im Gasthaus ein Denkmal gesetzt.

Georg Grimpe führt die von seiner Mutter begründete Armenspeisung fort und auch er erlangt höchstes Ansehen bei allen Volksschichten.

 Als Georg Grimpe im Jahre 1927 stirbt, wird er in der III. Abteilung des berühmten Neuen Johannisfriedhofes unter großer Anteilnahme vieler Leipziger  beerdigt – schon sein Vater hatte hier im Jahre 1860 ein bedeutendes Erbbegräbnis erworben und als Grablege auch der nachfolgenden Generationen angelegt.  

Der Leipziger Bildhauer Prof. Adolf Lehnert, von 1896 bis 1924 Leiter der Bildhauerklasse an der Kunstakademie in Leipzig, war ein enger Freund Georg Grimpes und hatte maßgeblichen Anteil an der künstlerischen Ausgestaltung des „Thüringer Hofes “. Adolf Lehnert schuf nach dem Tode seines Freundes Georg Grimpe diese bronzene Grabmalbüste, die im Jahre 1928 über dem Grabe Georg Grimpes  Aufstellung fand.

Während der barbarischen Zerstörung des Neuen Johannisfriedhofes, dieses großen Begräbnisplatzes des Leipziger Bildungsbürgertums, um 1970 wurde diese Grabmalstele mit der Büste Georg Grimpes von Nachfahren der Familie gerettet und fand nun Aufstellung auf einem jüngeren Begräbnisplatz der Familie Grimpe im Urnenhain des Leipziger Südfriedhofes.

Im Jahre 1996 wurde die Grabmalbüste Georg Grimpes auf Initiative von Alfred E.Otto Paul in der Leipziger Bronzegießerei Noack umfassend restauriert und auf der Europäischen Denkmalmesse 1996 in Leipzig ausgestellt als ein Beispiel für die notwendige Erhaltung der sepulkralen Kunstwerke unserer Friedhöfe.

Jetzt - nach 13 Jahren - wurde die Grabmalbüste Georg Grimpes durch Alfred E.Otto Paul gründlichst gereinigt und durch Aufbringung mehrerer spezieller Wachsschichten für die nächsten Jahre konserviert und erstrahlt jetzt wieder in ursprünglicher Schönheit.

Die Fotos zeigen Grimpe vor der Restaurierung, dann den Zustand nach der ersten Restaurierung 1996 und schließlich die Konservierungsarbeiten mit Waschen, Trocknen, Wachsen in der ersten Septemberwoche diesen Jahres. Während der Trocknungszeiten zeigte Paul dem Fotografen etliche bedrohte Grabmale, die demnächst in der Rubrik bedrohte Kunstwerke näher vorgestellt werden.  

Das Grabmal des Historienmalers Prof. Anton Dietrich

Der Zufall und die beharrliche Suche bescherten Alfred E.Otto Paul 1995 die Entdeckung des Grabmales von Anton Dietrich in der IV. Abteilung des Leipziger Südfriedhofes - völlig umwachsen von dichtestem Gesträuch.

Anton Dietrich war einer der bedeutendsten deutschen Historienmaler in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts. Im Jahre 1833 in Meißen geboren, gelangte er bereits als 14-Jähriger in die heiligen Hallen der Dresdner Kunstakademie und erregte sehr bald die Aufmerksamkeit bedeutender Lehrer wie der große Bildhauer Hähnel.

Er wird Schüler Schnorrs von Carolsfeld und Karl von Binzer führt ihn in die große Schule der Fresken- und Temperamalerei ein.

Sein Dresdner Studium schließt er mit einem vielbeachteten Werk ab. Der gezeichnete Karton „ Rudolf von Habsburg an der Leiche Ottokars “ sichert dem jungen Künstler das große Reisestipendium. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Düsseldorf besucht Anton Dietrich durch die Möglichkeiten des Stipendiums nun die wichtigsten Kunststätten Italiens und findet hier seine vollendete Ausprägung als Künstler.

Über München kehrt er zurück nach Dresden und schafft nun in den folgenden drei Jahrzehnten eine Vielzahl bedeutendster Monumentalgemälde. Beispielsweise die acht Bilder im Dresdner Kreuzgymnasium, im Kirchsaal und in der Kapelle der Meißner Albrechtsburg, an der Fassade des Schaupielhauses und des Finanzministeriums in Dresden, Altarbilder u.v.a. mehr.

Eine schlechte Kritik zu seinem 1894 ausgestellten Gemälde „Kommet her zu mir alle ....“ verärgerte Anton Dietrich so sehr, dass er Dresden verließ und eine Professur an der Leipziger Kunstakademie annahm und seine letzten Lebens– und Schaffensjahre in Leipzig verbrachte. Am 03. August 1904 endete das Leben dieses großen, bis heute unvergessenen Künstlers in Leipzig. Seinen Grabstein ziert ein erstklassiges Bildnismedaillon von der Hand eines der besten Leipziger Bildhauer. Prof. Werner Stein, ein Kollege Dietrichs an der Leipziger Akademie, schuf dieses bronzene Bildnis Anton Dietrichs.

Werner Stein war auch der Schöpfer des Denkmales für Felix Mendelssohn-Bartholdy vor dem Leipziger Gewandhaus und auch des berühmten Mägdebrunnens am Roßplatz.

Alfred E.Otto Paul ließ dieses kunstvolle Bildnismedaillon 1995 gleich nach der Auffindung des Grabmales restaurieren. Jetzt, im August 2009, hat er es nach 14 Jahren gründlich gereinigt und nach Aufbringung mehrerer spezieller Wachsschichten erstrahlt es wieder in seiner Schönheit wie vor über hundert Jahren.           

Grabmalstele des Julius Klinkhardt

Der bedeutende Leipziger Verlagsbuchhändler Friedrich Julius Klinkhardt (1810 – 1881) wurde nach seinem Tode auf dem Neuen Johannisfriedhof bestattet. Nach der Säkularisierung und der anschließenden vollständigen Zerstörung dieses bedeutenden Friedhofes des Leipziger Bildungsbürgertums gelang es nur wenigen Familien, wenigstens einen Teil der ursprünglichen Grabmalanlage durch Verbringung an einen anderen Ort für die Nachwelt zu bewahren. So gelangte diese Grabmalstele auf eine Grabstätte des Südfriedhofes, die ein Enkel Klinkhardts schon im Jahre 1912 auf einhundert Jahre erworben hatte.
Auf Initiative von Alfred E.Otto Paul wurde diese 1882  vom Leipziger Bildhauer Prof. Werner Stein geschaffene Kunstwerk im Jahre 1995 restauriert und  im August 2009 versah Alfred E.Otto Paul die Plastik nach einer gründlichen Reinigung mit speziellen Schutzschichten aus Spezialwachs, sodaß wir Julius Klinkhardt nun in den nächsten 10 Jahren ganz nah kommen und in die Augen schauen können.        

Grabmal Rudolf Riemer

Im Jahre 1913 starb erst zwanzigjährig der Sohn des Dr. Riemer und der Vater beauftragt den bedeutendsten Bildhauer des Leipziger Jugendstils,  Josef Magr (1861 – 1924 ) mit der Schaffung eines Grabmales, dessen künstlerischer Höhepunkt dieses bronzene Flachrelief ist. Es zeigt rechtsseitig den jungen Rudolf Riemer, der empfangen wird von diesem Magr`schen Todesboten, der ihn nun begleitet in das ewige, unvergängliche Reich der Toten. Linksseitig sehen wir eine dreistufige Treppe, die ikonografisch die Lebensstufen symbolisiert und die ägyptische Sphinx als ein Symbol der Unvergänglichkeit schlechthin.
Das Grabmal wurde auf Initiative von Alfred E. Otto Paul 1995 restauriert und muß nun dringlichst konservatorisch bearbeitet werden – entsprechende Vorkehrungen sind von uns zwischenzeitlich getroffen und in wenigen Wochen erstrahlt es wieder in der vollen Schönheit, wie wir es hier auf diesem Bild erkennen können, dass 1995 nach der Restaurierung aufgenommen wurde.   

Grabmal Dr. Bruno Schoenlank (1859 – 1901)

Die Restaurierung des Grabmals des ersten Chefredakteurs der Leipziger Volkszeitung, Dr. Bruno Schoenlank, beschlossen am 16.März 2009 die Geschäftsführer der Leipziger Verlags – und Druckereigesellschaft mbH & Co.KG , Bernd Radestock und Norbert Schmid gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig bei einem Besuch vor Ort auf dem Leipziger Südfriedhof.
Anlaß war der 150. Geburtstag  von Bruno Schoenlank .

So bezeugt die Leipziger Volkszeitung ihr ehrendes Andenken an diesen großen Pionier des deutschen Pressewesens und sichert den künftigen Erhalt seines kultur – und kunstgeschichtlich bedeutsamen Grabmales.

Die Restaurierung erfolgte inzwischen durch die Bronzebildgießerei Noack aus Leipzig.

Die Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig bedankt sich bei LVZ und der Gießerei.

Fotos von der Restaurierung sehen Sie in der Gallerie.

Grabmal Paul Benndorf

Pünktlich zum 150. Geburtstag von Paul Benndorf wurde das Grabmal seiner Familie restauriert. Die Mitglieder unserer Gesellschaft, Steinmetz- und Steinbildhauermeister Sven Reigber und Friedhofsgärtnermeister Steffen Schröder haben sehr gute Arbeit geleistet. Eine Bildreportage von den Restaurierungsarbeiten finden Sie in der Galerie.

 

Grabmal Kahnt/Wirtz

Dieses sehr schöne Grabmal wurde im Auftrag des Oberbaurates Arthur Kahnt etwa 1932 als eine sehr solide Steinmetzarbeit aus rotem Meißner Granit gefertigt . Der Bruder von Arthur Kahnt war der berühmte Flieger Oswald Kahnt, der im Jahre 1910 bei Hans Grade den Pilotenschein No.31 erwarb. 1915 endete das Leben dieses großen Pioniers der Luftfahrt bei einem Testflug zur Erprobung eines neuen Flugzeuges.

Auf Vermittlung unserer Gesellschaft wurde das Grabmal  im Februar 2009 durch Übernahme einer Grabmalpatenschaft auf Veranlassung einer Privatperson durch den Steinmetz- und Bildhauermeister Sven Reigber restauriert. Das Grabmal wurde komplett demontiert, in die Werkstatt verbracht und nach liebevoller gründlicher Reinigung und teilweiser Überarbeitung auf einem neu hergestellten Betonfundament in der XVII. Abteilung des Südfriedhofes neu errichtet und ist nun in seiner ganzen Schönheit mit den flankierenden polierten Halbsäulen wieder öffentlich erlebbar.

 

Grabmal des Baumeisters Heinrich Bruno Oehlschlegel (1840 - 1899)

Architekt: Max Pommer (1847 - 1915)

Bildhauer: Josef Magr (1861 - 1924)

Restauriert: 1997 durch die Sektion Friedhofskunst des Neuen Leipziger Kunstvereins (Sektionsvorsitzender Alfred E. Otto Paul)

Die Fotos zeigen das restaurierte Bronzerelief kurz vor der Montage in die Wandstelle.

In der Rubrik Kunstwerk des Monats Juni 2009 sehen Sie die im 2.Quartal 2009 von der Bronzebildgießerei Noack gereinigte und frisch gewachste Bronze (die Arbeit ist eine Spende der Firma an die PBG) in aller Schönheit und im Detail fotografiert von Bernd H. Und Monika Becker.

Friedhof Leipzig-Südfriedhof

(Vergrößern durch Anklicken des jeweiligen Bildes)

Grabmal das Malers Max Schwimmer

Restauriert 2008

Friedhof Leipzig-Lindenau


Der Leipziger Maler und Grafiker Professor Max Schwimmer gehört zu den unvergessenen Künstlern Leipzigs.
Als Illustrator bedeutender Werke Heinrich Heines, Goethes , Balzacs oder Tucholskys hat er internationale Anerkennung gefunden. Seine Werke der Malerei und Grafik sind noch immer bei Kunstsammlern sehr begehrt – eine einzige Plastik schuf Max Schwimmer gemeinsam mit seinem Freund, dem Leipziger Bildhauer Rudolf Oelzner. Es ist das Grabmal der Alma Freifrau von Stoltzenberg aus dem Jahre 1938 auf dem Leipziger Südfriedhof und zeigt die frühverstorbene Frau seines Freundes Wilhelm Freiherr von Stoltzenberg unterlebensgroß in Bronze gegossen. Dieses Werk von Max Schwimmer gehört zu den schönsten Grabmälern auf Leipzigs Friedhöfen.
Max Schwimmer war 1946 – 1951 Leiter der Abteilung Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und von 1951 bis zu seinem frühen Tode 1960 Leiter der Abteilung Grafik an der Kunstakademie in Dresden. Für sein künstlerisches Werk wurde Max Schwimmer mit dem Nationalpreis geehrt.
Sein außerordentlich umfangreicher Nachlaß befindet sich in der Stadtbibliothek Leipzig.