Aktuelle Projekte

Die Grabstätte des Arztes
Prof. Dr. Wolfgang Rosenthal (1882 – 1971)

Eine Grippeerkrankung beendete am 23. März 1939 das Leben der Sophie Marie Ilse Rosenthal, seit 1914 die Ehefrau von Wolfgang Rosenthal. Sie war eine namhafte Sopranistin und hatte 1917 das Rosenthal-Quartett mitbegründet. Vier Tage nach ihrem frühen Tode wurde sie in einem eichenen Sarg im Rabattengrab No.1233 in doppelter Grabestiefe beerdigt.

Wir wissen nicht zu sagen, inwiefern sich bis 1940 auf der Grabstätte ein Grabmal befand, welches zumindest an die Eltern von Wolfgang Rosenthal erinnerte. Mit einiger Sicherheit aber können wir davon ausgehen, dass der namhafte Leipziger Bildhauer Professor Felix Pfeifer im Jahre 1940 das heute bestehende Grabmal schuf. Ein kräftiger Quader aus gesägtem Löbejüner Porphyr mit gestockt bearbeiteter Rückseite ruht auf zwei Platten aus gleichem Material, unter denen tiefe Punktfundamente bis in eine frostfreie Tiefe des Erdreiches reichen und die wie zwei Brückenpfeiler schließlich den tonnenschweren Porphyrquader tragen.

Die grabesseitige Front des Quaders trägt die vertieft eingemeißelte Inschrift

KOMM TROST DER NACHT O NACHTIGALL!   

LASS DEIN STIMM MIT FREUDENSCHALL      

AUFS LIEBLICHSTE ERKLINGEN.                  

KOMM, KOMM, U. LOB DEN SCHÖPFER DEIN

WEIL ANDRE SÄNGER SCHLAFEN SEIN         

UND NICHT MEHR MÖGEN SINGEN.             

LASS DEIN STIMMLEIN LAUT ERSCHALLEN.  

DANN VOR ALLEM KANNST DU LOBEN         

GOTT IM HIMMEL HOCH DORT OBEN.          

 

Rechtsseitig von der Inschrift lesen wir

ILSE HELLING-

ROSENTHAL    

DER SÄNGERIN

15. II . 1886   23. III . 1939

 

Der Text „Lied des Einsiedels“ stammt vom deutschen Lyriker Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, wohl aus dem Jahre 1668 – die Choralmelodie findet sich schon 1599 bei Philipp Nicolai „Wie schön leuchtet der Morgenstern“.

Passend dazu findet sich auf dem Quader aus Löbejüner rötlichfarbenem Vulkangestein ein Putto aus einst schneeweißem Laaser Marmor. Die Inschrift an der Plinthe FELIX PFEIFER 1940 verweist auf die Autorenschaft des bedeutenden Leipziger Bildhauers. Ohne jeden Zweifel ist diese kleine Skulptur eigens für das Grab der Sängerin Ilse Helling-Rosenthal erdacht und gearbeitet worden – der sitzende Putto weist mit seiner Rechten auf ein Vögelchen in einer schalenförmigen Tränke, es ist die in der Inschrift auf dem Quader erwähnte Nachtigall.

Auszugsweise zitiert aus:
Alfred E. Otto Paul „Die Kunst im Stillen – Kunstschätze auf Leipziger Friedhöfen“
Band No.08, Leipzig 2026

Unglückliche Umstände haben in den letzten Jahren der kleinen Marmor-Skulptur schweren Schaden zugefügt – sturmbedingt fiel der Ast einer Kiefer auf den Putto, wodurch er im Kopfbereich erhebliche Beschädigungen erlitt, aber auch schwere Beschädigungen an vorab bereits fragilen Partien eintraten.

Als ein Werk des namhaften Bildhauers Professor Felix Pfeifer ist für diese Arbeit ein besonderer Schutz geboten – wenn wir nun nicht handeln, dürfte es bald für immer verloren sein.

So hat der Vorstand der Paul-Benndorf-Gesellschaft die unverzügliche Restaurierung dieses höchstgefährdeten Kunstwerkes beschlossen und wird einen entsprechenden Auftrag an den Bildhauer Michael Eilenberger im erzgebirgischen Holzhau erteilen, der erst jüngst mit seiner hervorragenden Restaurierung der Marmorskulptur vollends überzeugt hat.

 

Bitte unterstützen Sie diese notwendige Restaurierung mit einer finanziellen Spende

Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig e.V.

DEUTSCHE BANK LEIPZIG

IBAN DE03 8607 0024 0144 4660 00